Justice For Jeremiah

 Bundesrepublik Deutschland wegen Verstoß gegen Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention von Erica Duggan verklagt

 

Text Box:

Erica Duggan wird der Staatsanwältin am Vormittag des
28. März 2011 den untenstehenden offenen Brief überreichen.

 

Nach 8-jährigem Rechtsstreit führt Erica Duggan vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland. Frau Duggan kommt nach Wiesbaden, um ihres Sohnes Jeremiah zu gedenken und die Staatsanwaltschaft erneut um ein Gespräch zu bitten. Die Staatsanwältin hat sich bislang geweigert, einen Gesprächstermin mit Frau Duggan oder ihren Anwälten zu vereinbaren.

 

Die Berliner Rechtsanwälte Serdar Kaya und Christian Noll übermitteln in diesen Tagen ein abschließendes Dokument an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im Namen ihrer Mandantin Erica Duggan zu ihrer Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland. Erica Duggan wirft der Bundesrepublik vor, durch ungenügende amtliche Ermittlungen zum Tod ihres Sohnes Jeremiah Duggan gegen Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention zu verstoßen.

 

Am 27. März wird Erica Duggan an dem Ort, an dem der Leichnam ihres Sohnes vor 8 Jahren an der Schnellstraße B455 nahe Wiesbaden gefunden wurde, Blumen niederlegen.

 

Im März 2003, zu Beginn des Irak-Krieges, kam Jeremiah Duggan zur Teilnahme an einer Veranstaltung nach Deutschland, die, wie er glaubte, im Zeichen des Protests gegen den Irak-Krieg stand. Er erkannte, dass man ihn getäuscht hatte. Er befand sich auf einer Werbeveranstaltung der Jugendbewegung Lyndon LaRouches, der BüSo und des Schiller-Instituts unter der Leitung von Helga Zepp-LaRouche. Dieser internationale Verbund hat den Ruf einer totalitären, antisemitischen Politsekte, die von ihrer Wiesbadener Zentrale aus antibritische und antijüdische Verschwörungstheorien in die Welt setzt. In den frühen Morgenstunden seines Todestages ging ein telefonischer Hilferuf Jeremiahs bei seiner Mutter ein, weil er sich als Brite und Jude von der LaRouche-Organisation bedroht fühlte.

 

Am 27. März 2003 fand man seinen Leichnam am Rand einer Schnellstraße bei Wiesbaden. Nach Meinung der Polizei habe er sich in selbstmörderischer Absicht in den Straßenverkehr geworfen. Diese Meinung war der Staatsanwaltschaft hinreichend, um keine weiteren Ermittlungen durchzuführen.

 

Seit 8 Jahren versucht Erica Duggan zu erfahren, wie ihr Sohn zu Tode kam.

 

 

Weiterführende Informationen finden Sie unter

www.justiceforjeremiah.com   und    www.LaRouche-danger.com

 

Einen Kurzüberblick in deutscher und englischer Sprache erhalten Sie unter

www.justiceforjeremiah.yolasite.com/case_outline_german bzw. www.justiceforjeremiah.yolasite.com/background

 

Anwälte: Serdar Kaya, mail@kanzlei-kaya.de,

Christian Noll, mail@christian-noll.de,

 

V.i.S.d.P.  Erica Duggan  justiceforjeremiah@gmail.com 


OFFENER BRIEF AN FRAU STAATSANWÄLTIN SCHICK-JENSEN

 

SPERRFRIST FÜR DIESEN OFFENEN BRIEF: Montag, 28. März 2011

 

An

Frau Staatsanwältin Schick-Jensen

Mainzer Str. 124

65189 Wiesbaden

 

                                                                                                                        25. März 2011

 

Sehr geehrte Frau Schick-Jensen,

 

es enttäuscht mich, dass Sie keine Zeit für mich haben.

 

Dies bestätigt die Notwendigkeit für unsere Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, da Sie gegen Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoßen haben, indem Sie nicht ordnungsgemäß ermittelt haben.

 

Ich hoffe, dass der Europäische Gerichtshof mich letzten Endes dabei unterstützen wird, eine Untersuchung des Falls zu erreichen, denn die folgenden Angelegenheiten bereiten mir weiterhin große Sorge.

 

1.        Es liegen übereinstimmende Aussagen von zwei Zeuginnen vor, dass es einen Verdächtigen gibt, und dessen Name wird in den Aussagen genannt. Sie haben eine neue Akte bezüglich dieser Person eröffnet, und es wird behauptet, dass diese Person gesagt hat, es sei richtig, dass Jeremiah tot ist, da er ein „Verräter und Spion“ gewesen sei. 

2.       Die Tatsache, dass dieser Verdächtigte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht, rechtfertigt es nicht, dass Sie keine weiteren Ermittlungen anstellen, denn es wurde behauptet, dass mein Sohn gewaltsam misshandelt, geschlagen, attackiert und in den Tod gejagt wurde.

3.       Die Tatsache, dass Sie jetzt von Verjährungsfristen sprechen, schließt die Tatsache nicht aus, dass Sie viele Jahre lang absichtlich die Aufnahme von Ermittlungen verzögert haben; Sie haben die Rechts-staatlichkeit missachtet und dadurch gerade die Situation geschaffen, die Sie jetzt als Ausrede nutzen. Erst nachdem Sie ermittelt haben, können Sie die Schlussfolgerung ziehen, dass kein Fall besteht. Dass Sie den Zeitablauf nutzen, um eine solche Schlussfolgerung zu ziehen, ist an sich Unrecht.

4.       Mit Ausnahme einer einzigen Beamtin ist kein einziger Zeuge von Ihrer Staatsanwaltschaft vernommen worden, seitdem Sie die neue Akte eröffnet haben. Dies muss vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass kein Arzt jemals die Verletzungen meines verstorbenen Sohnes untersucht hat, weder in einer Leichenschau noch in einer Leichenöffnung, um festzustellen, wie die Verletzungen zustande gekommen sind und wie er zu Tode kam.  Da sie von der Annahme des Selbstmords ausgehen, stellt sich die Frage: Wie können Sie beweisen, dass es sich um einen Selbstmord handelt, wenn Sie keine Ermittlungen anstellen?

5.       Es gibt nur wenige Länder der Welt, in denen unter solchen Umständen eine Sterbeurkunde augestellt würde. Der Bericht Ihrer Polizei enthält Aussagen darüber, dass ein Arzt den unbekleideten Körper untersucht hat, obwohl Sie im selben Bericht dieser Aussage widersprechen und feststellen, dass keine solche Untersuchung durchgeführt worden ist.  Es ist eine sehr schwerwiegende Angelegenheit, wenn ein Mensch stirbt und kein Arzt die Verletzungen untersucht, um festzustellen, ob sie durch Angefahrenwerden und Überrolltwerden durch Autos verursacht wurden oder nicht. Die deutsche Ärztin, die lediglich Jeremiahs Tod bescheinigt hat, schrieb, es sei fraglich, ob diese Leiche überrollt worden sei, und empfahl eine Leichenöffnung. Dennoch hat sich Ihre Staatsanwaltschaft über diese Empfehlung der Ärztin hinweggesetzt. Des weiteren hat sich kein Staatsanwalt an den Ort des Todesfalls begeben, als die Entscheidung gefällt wurde, keine Leichenöffnung durchführen zu lassen.

6.       Außerdem gibt es Belege dafür, dass Polizeibeamte die Kleidung und Schuhe meines Sohnes ausgezogen, selbst Fotografien seines unbekleideten Körpers angefertigt und dann seine Kleidung und Schuhe vernichtet haben, obwohl wir um Herausgabe derselben gebeten hatten. Nochmals: kein Land dieser Welt würde solche Vorgänge erlauben, ohne ordnungsgemäße Ermittlungen durchzuführen. Kein Land dieser Welt würde akzeptieren, dass Polizeibeamte die Arbeit von Ärzten leisten könnten. Erst nachdem man Zeugen vernommen und ordnungsgemäße Ermittlungen durchgeführt hat, kann man vor den Augen der Welt als rechtsstaatlich handelnd wahrgenommen werden.

7.       Wir haben Ihnen Beweismittel dafür geliefert, dass ausgesagt wurde, dass Jeremiah gejagt und geschlagen wurde. Wir haben Ihnen Beweismittel dafür vorgelegt, dass Jeremiah sich in der Nacht vor seinem Tod möglicherweise nicht in der Wohnung des Leiters des LaRouche-„Geheimdienstes“ aufge-halten hat, sondern im Büro des LaRouche-Netzwerks, nämlich im Büro der „Executive Intelligence Review“. Falls diejenigen Personen, die zum Zeitpunkt von Jeremiahs Tod bei ihm waren, irreführ-ende Behauptungen aufgestellt haben und tatsächlich verhindert haben, dass die vollen, wahren Um-stände offengelegt wurden, ist es nicht in Ordnung, dass Sie durch Ihren Kollegen Herrn Staatsanwalt Ferse verlauten lassen, dass die Umstände des Todes meines Sohnes nicht Ihre Angelegenheit sind.

8.       Sie und Ihre Vorgängerin haben in den letzten acht Jahren zugelassen, dass das LaRouche-Netzwerk, mit Büros in Hessen, Publikationen herausgibt, in denen zum Hass gegen Juden und Briten aufgestachelt wird und außerdem Lügen über mich und meinen Sohn verbreitet werden. All dies zeigt, dass Sie ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen sind, einem Besucher aus dem Ausland jeglichen Schutz zuteil kommen zu lassen, geschweige denn, die Gefühle einer Familie in Betracht zu ziehen, die mit ansehen muss, wie eine in Deutschland ansässige Organisation weltweit Verschwörungstheorien verbreitet, während Sie keinerlei Absicht zeigen, solche Straftaten der Diffamierung auch nur zu überwachen.

9.        Herr Kriminaloberkommissar Schächer sagte mir am 28. März 2003, am Tag nachdem mein Sohn starb, folgendes: „Wir wollen die LaRouche-Organisation nicht untersuchen.“  Ich stimme zu, dass man eine Organisation nicht untersuchen kann. Aber Sie sollten bei den damaligen Führungspersönlichkeiten der Organisation, die miteinander kolludieren, um die Wahrheit zu unterschlagen, ermitteln. Die damalige Geschäftsführerin dieser Organisation war im Besitz des blutbefleckten Passes meines Sohnes, und es gibt außerdem Belege dafür, dass sie seit seinem Tod miteinander kolludiert haben, um die Tatsachen zu verschleiern, und dass sie irreführende Angaben gemacht und weltweit falsche Verschwörungstheorien über mich und meinen Sohn verbreitet haben.

 

Ich bin eine Mutter, die kurz vor seinem Tod von ihrem Sohn angerufen wurde. Dabei benannte er Mitglieder der LaRouche-Organisation, die sein Leben bedrohten. Dennoch sind Sie der Ansicht, dass ich Ihnen glaube, wenn Sie Ihr Mitgefühl für meinen Verlust zum Ausdruck bringen.  Ich glaube nicht, dass Ihre Worte des Mitgefühls irgendeine Bedeutung haben. Wäre dies der Fall, würden Sie wissen, dass die Hinterbliebenen vor allem wissen wollen, wie ihr geliebtes Kind zu Tode gekommen ist. Sie und Ihre Vorgängerin enthalten mir und meiner Familie dieses Recht weiterhin vor.

 

Das Unterlassen von Ermittlungen zu den Umständen des Todes meines Sohnes seitens Ihrer Behörde hat mir und meiner Familie eine zusätzliche Art des Schmerzes zugefügt. Denn Sie haben nicht nur die Ausführung Ihrer Pflichten versäumt, sondern Ihre Handlungen und die Handlungen Ihrer Vorgängerin – darunter auch die Tatsache, dass Sie meinen Anwälten und mir das Gespräch verweigern – zeigen einen grundlegenden Mangel an Menschlichkeit und ein Versäumnis, die Menschenrechte zu achten.

 

Es bereitet vielen guten Menschen in Deutschland und der Welt Sorge, dass Sie dem Recht und der Gerechtigkeit den Rücken kehren wollen – trotz neuer Informationen und trotz der Tatsache, dass es im Hintergrund des Todes meines Sohnes ein Netzwerk einer höchst destruktive politische Sekte gibt, von der umfassend dokumentiert ist, dass sie antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und von Deutschland aus Gewalt sät.

 

Daher bitte ich Sie erneut um ein Gespräch. Lassen Sie uns versuchen, die schwerwiegenden Angelegenheiten im Umfeld des Todes meines Sohnes anzupacken.

 

Ich werde am Nachmittag des 25. März 2011 (Freitag) und am Vormittag des 28. März 2011 (Montag) in Wiesbaden sein und würde mich über einen Gesprächstermin mit Ihnen freuen, sodass diese Angelegenheiten in fairer Weise angegangen werden können.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Erica Duggan.

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